1. Visum
Für Malaysia ist im Normalfall kein Visum notwendig. Deutsche Staatsangehörige bekommen bei der Einreise automatisch ein Tourist-Visum für 3 Monate. Will man länger bleiben, kann man kurz (oder auch länger) in eines der drei Nachbarländer ausreisen. Z.B per Boot oder Flieger von Penang nach Medan/Indonesien, von Penang per Bus oder Eisenbahn, oder von Langkawi per Boot nach Thailand, oder im Süden per Bus nach Singapore. Man kann praktisch am nächsten Tag wieder einreisen, ohne Probleme.
Bei Einreise in den Bundesstaat Sarawak wird ein separates Visum erteilt, welches in der Regel 30 Tage gültig ist.
Deutsche, die ein Arbeitsverhältnis eingehen wollen, haben sich den lokalen Vorschriften zu unterwerfen und benötigen eine nur schwer erhältliche Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, die vor der Einreise bei der Malaysischen Botschaft im Wohnortland beantragt werden muss.
Seit dem Ende der Straffreiheitsfrist am 28. Februar 2005 gehen die malaysischen Einwanderungsbehörden rigoros gegen Personen vor, die illegal in Malaysia arbeiten, bzw. deren Aufenthaltsstatus ungeklärt ist. Auf gültige Aufenthalts- und Arbeitspapiere ist daher besonders zu achten. Bei Unklarheiten sollte vorab die örtlich zuständige „Immigration“ kontaktiert werden.
Der Reisepass muss bei jeder Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein, und zwar bis zum letzten Tag des Aufenthaltes, also auch bei Wiedereinreise im Rahmen von Rundtouren.
Vorläufige Reisepässe und Kinderreisepässe werden anerkannt. Kinder sollten möglichst mit eigenem Reisepass oder Kinderreisepass mit Lichtbild reisen. Die Eintragung des Kindes in den Reisepass eines Elternteils ist nur dann zur Einreise ausreichend, wenn ein Lichtbild des Kindes im Pass angebracht ist. Vorherige Reisen nach Israel führen nicht zu Problemen bei der Einreise.
Bitte immer vor einer Reise den neuesten Stand der Dinge abfragen auf der Website des Auswärtigen Amts.
2. Impfungen, Reiseapotheke
Ich lese immer wieder von Leuten, die sich unnötig eindecken mit einer gewaltigen und kostspieligen Reiseapotheke. Dazu möchte ich ein paar Tips und Empfehlungen weitergeben. Wohlbemerkt, ich bin kein Arzt, das sind nur meine eigenen Erfahrungen aus über 10 Jahren, von denen ich zusammengerechnet ungefähr 2,5 Jahre in Malaysia, Indonesien und Thailand verbracht habe.
Das Auswärtige Amt hat auch dazu immer die aktuellen Informationen. Diese sollte man sich unbedingt vor Reiseantritt durchlesen.
Meine persönliche Reiseapotheke besteht aus 2 Aspirin im Handgepäck für den Flug. Und für den Fall, dass ich nicht Schlafen kann, was aber kaum mehr vorkommt, 1 Schlafstern. Das reicht mir, da ich auch zuhause keinerlei Medikamente regelmäßig einnehmen muss. Vor Ort gibt es alles, was man braucht, und zwar zu Preisen, die oft nur ein 10tel dessen betragen, was wir hier in der Apotheke bezahlen. Also Aspirin, Paracetamol, Mittel gegen Durchfall, Desinfektionmittel, Pflaster usw. kaufe ich dort im Drugstore. Bei harmlosen Magen-und Darmproblemen und kleineren Wehwehchen empfielt es sich durchaus, auch einmal eine chinesische Apotheke aufzusuchen. Ich habe da ein Mittel gefunden, einen Kräuterextrakt, der bei Magenschmerzen bei mir zumindest Wunder wirkt.
Die Standardimpfungen sollten auf aktuellem Stand sein, also Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt ab 4 Wochen auch gegen Hepatitis B, oder bei besonderer Exposition (z.B. Laufen, Joggen (Hundebiss!), Jagd, ländliche Gebiete, Sümpfe, Trekking Touren im Urwald) Typhus, Tollwut und Japanische Encephalitis. Die letzten drei Impfungen hatte ich bisher noch nicht.
Malariaprophylaxe, ja oder nein? Ich habe es bisher gelassen. Wenn man sich nicht in Gebieten bewegt, die extrem Mosquitoverseucht sind, und die gibts kaum in Malaysia, denke ich, geht es sehr gut ohne. Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken.
Eine Malariainfektion ist ganzjährig in einigen Landesteilen und abhängig von den Regenzeiten mit unterschiedlichem Risiko möglich, Plasmodium falciparum (65%) kommt häufiger vor als Plasmodium vivax (35%). Ein hohes Risiko besteht auf Borneo (Sabah einschließlich Küstenregion), an der Grenze zu Kalimantan (fast ausschließlich P. vivax) ist das Risiko geringer. Im Landesinneren der malaiischen Halbinsel sinkt das Risiko weiter, Küstenregionen, Städte und das Gebiet um Kuala Lumpur gelten als malariafrei.
Ich schlafe grundsätzlich unter einem (intakten!) Mosquitonetz und reibe mich, wenn es Stechmücken gibt immer mit Autan ein. Vor dem Schlafengehen duschen! Die Insekten gehen meiner Erfahrung nach mehr nach dem Geruch (und dem CO2 im Atem), als z.B. auf Licht. Abends bei Licht Lesen ist also durchaus möglich, wenn man sich entsprechend präpariert.
Reist man in relativ abgelegene Gegenden, von wo man nicht schnell zum Arzt oder in eine Klinik gelangen kann, empfielt sich ein Malariamittel im Gepäck (Stand-By-Therapie), das man bei Verdacht einnehmen kann, aber man sollte sich dann trotzdem SOFORT in die nächstgelegene Klinik begeben. Da bei den Erregern ständig neue Resistenzen gegen Medikamente auftreten, sind die hiesigen Kliniken meist besser ausgestattet mit aktuellen Mitteln.
Dengue-Fieber wird durch den Stich hauptsächlich tagaktiver, infizierter Mücken übertragen. Die Tiger-Mücken sind deutlich erkennbar schwarz-weiß-gestreift. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht möglich. Konsequente Barrieremaßnahmen (Schutz vor Mückenstichen, s.o.) sind die einzig möglichen Schutzmaßnahmen. Während und nach der Regenzeit steigen die Fälle von Dengue-Fieber deutlich an. Anfang 2007 wurden über 1000 Erkrankungen gemeldet, besonders betroffen waren die Provinzen Kelantan im NO und Selangor in der Nähe von Kuala Lumpur. Im gesamten Jahr 2006 wurden mehr als 30.000 Fälle registriert, davon 13 mit tödlichem Verlauf. Der Schutz vor tag- und nachtaktiven Mücken ist die beste und einzige Vorsorgenmaßnahme.
3. Ärztliche Versorgung vor Ort
Hat man den Eindruck, sich ernsthaft was eingefangen zu haben, oder sich eine Verletzung zugezogen, sollte man nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen.
In Malaysia gibt es eine allgemein befriedigende Gesundheitsversorgung mit oft im Ausland ausgebildeten Fachärzten. An der Westküste der malaiischen Halbinsel findet man weitgehend gute hygienische Verhältnisse vor. Westliche Arzneimittel, auch viele deutsche Präparate, sind in städtischen Gebieten erhältlich. Auch die zahnärztliche Versorgung ist auf einem vergleichbar guten Stand.
Ach ja und noch was, man kann es nicht oft genug sagen. Es wird einem auch kurz vor der Landung im Flieger noch ausdrücklich mitgeteilt, also “hab ich nicht gewusst“ wird einen keinenfalls retten. FINGER WEG VON DROGEN! Wird man erwischt, ist die Rübe ab, ganz im Ernst!