Wir haben uns gestern abend erst mal ins Hotel in Chinatown begeben, wo A. gottseidank bereits ein Zimmer reserviert hatte. Mittlerweile war es dunkel. Also ab zur Tigerjagd. Gegenüber auf dem Nachtmarkt haben wir uns an die Strasse gesetzt und uns ein paar Eimer Tigerbeer bestellt (die Bierflasche kommt hier im Eiskübel). Wunderbar, wieder hier zu sein! Einfach unglaublich, jetzt bei über 25° draussen zu sitzen und dem Treiben auf dem Nachtmarkt zuzusehen, wo ich noch vor nicht allzulanger Zeit schlotternd am Bahnhof stand. Eine andere Welt… Zeitreisen sind doch möglich!
Dann ins Bett und schlaaafen, nach 2 Nächten fast ohne Schlaf bin ich umgekippt wie ein gefällter Baum. Mitten in der Nacht allerdings nochmal aufgestanden, um Schlafzuwandeln. A. ist aufgewacht, weil ich an der Türkette gerüttelt hab, und auf seine vorsichtige Frage, was ich denn da machen würde (er kennt das ja schon, auf Bali bin ich mal nackig zur Haustüre raus, weil ich da das Klo vermutet hatte…), habe ich geantwortet: Aber ich muss doch den Weihnachtsstuff (das Weinachtspersonal!) reinlassen!!! Umpf.
Morgens ziehmlich munter aufgewacht, trotz der 2 grossen Tiger, duschen, auschecken, beim Inder frühstücken – Roti Canai (Pfannkuchen mit Currystippe) und Leute gucken. Ein unglaubliches Gewühle von Leuten aller Rassen und Schattierungen. Und schön warm ist es!
Um 1/2 11 kam der Bus nach Tanah Rata in den Cameron Highlands. Die Fahrt dauert 3 bis 4 Stunden und kostet so um die 18 bis 20 RM, also grad mal 4 Euro. Die Buse sind absolut komfortabel. Erst mal gings auf der Autobahn Richtung Norden, dann Mittagspause im Rumah Makan (Esshaus), mit einem unglaublich reichhaltigen Sortiment von Speisen. Weiter auf der Landstrasse in die Berge. Ein Irrsinn von engen Serpentinen, 50 km weit und von Meereshoehe auf ca. 1500 m !
Einmal gabs nen Stopp weil ein Baum umgefallen war und erst zersägt werden musste, um die Strasse freizubekommen. Busse könnten hier z.B. bei einem Hangrutsch nicht wenden, vielleicht alle 20 km mal. Und abgerutschte Hänge sieht man ständig.
Neben der Strasse die Holzverschläge der Orang Asli (Ureinwohner) die hier allerlei Sachen verkaufen, die sie im Wald geerntet haben: Durianfrüchte, Honig von wilden Bienen, Bambussprossen, Orchideen…
Dieser Urwald ist unbeschreiblich beeindruckend. Tausende verschiedener Pflanzen, Farne, Bambus, Palmen, Kletterpflanzen, Nadelbäume, Laubbäume, Palmfarne und dann die Baumriesen (Dipterocarpaceen), die oben übers Dach des Dschungels hinausragen, 30-40 Meter hoch! Gewaltig.
Ankunft in Tanah Rata am Nachmittag. Wir werden netterweise mit dem Jeep abgeholt, wir waren ja angekündigt, damit gehts hoch ins Guesthouse. Father’s Guesthouse ist ein ehemaliges Convent, auf dem gegenüberliegenden Hügel befindet sich die zugehörige Kirche. Das Flair ist höchst kolonialzeitlich. Very british, das alles. Wir haben sogar das gleiche Zimmer bekommen, das wir vor zwei Jahren hatten. Sehr schön. Die Leute hier sind unglaublich nett und das Essen ist sehr gut. Ziehmlich kühl hier oben. Mich friert schon bei 20 Grad in der Nacht, ich bin eben doch eine Tropenpflanze.
Eine Runde durchs Dorf, einen Happen beim Inder gegessen, und bald ins Bett.