Nun haben wir Tanah Rata verlassen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist so schön hier, aber man will ja auch noch woanders hin. Wir sind mit dem Bus nach Penang gefahren, durch eine sagenhafte Landschaft wiederum. Diese Strecke ist fast noch beeindruckender als die von Kuala Lumpur her.
Man sollte einfach mal den Bus anhalten, um diese wundervollen Berge zu fotografieren. Pinkelpause einfordern, oder irgendsowas. Nächstes Mal tu ich’s einfach.
In Penang ist es nun wirklich verdammt heiss, im Vergleich zu den Highlands. Da saß ich vorgestern noch mit einem Buch im Garten unter dem Baumfarn, ein Wetter wie bei uns im Mai, schön warm, wenn die Sonne rauskommt, und doch ein erfrischendes Lüftchen.
Als wir hier bei der Fähre aus dem Bus gestiegen sind, hatte es wohl an die 40 Grad in der Sonne. Aber trotzdem ist es schön, wieder hier zu sein. Penang ist ja für mich auch schon so eine Art zweite Heimat. Der große runde Turm auf dem Bild der Skyline ist das KOMTAR - Einkaufszentrum und Bürogebäude. 65 Stockwerke! (Kompleks Tun Abdul Razak, daher die Abkürzung, ist benannt nach dem zweiten Prime Minister of Malaysia, und war einmal das höchste Gebäude.) Und die Penang Bridge ist nicht nur schön, sondern mit 13,5 km die längste Brücke Südostasiens. Lauter Superlative…
Auf der Fähre gabs dann auch noch zwei lustige Sachen zu sehen. Erstens, gleich am Eingang (Masuk) ein schönes Verbotsschild. (Extra für meinen lieben Kollegen J. fotografiere ich ja solche Schilder, vielleicht mach ich da noch ne eigene Seite dafür auf.) Also, nicht auf die Fähre dürfen offensichtlich folgende Passagiere. Aber warum nur? Die tun doch nichts…
Zweitens eine Raucherkabine! Bilik Merokok, Raucherzimmer. Ich meine, man steht im Freien, und in Asien raucht sowieso jeder überall. Was mir sehr symphatisch ist, im Gegensatz zur hiesigen Lage. Wenns denn sein muss.
Wir haben uns auf verschiedene Gästehäuser verteilt, Andy wohnt im 75, Monika (kam 2 Std. nach uns an) ein Haus nebenan, da treffen wir uns dann immer, wenn wir was ausgemacht haben.
Ich hab mich im SD Motel eingemietet, ein Stück weiter unten in der Lebuh Muntri, hab ausnahmsweise ein Zimmer mit Aircondition, das ist für den Anfang bei der Hitze auch nicht zu verachten. Ausser dem Zimmer finde es ziehmlich „cool“, hier auf eigenen Füssen zu stehen, ich komme so gut allein zurecht, das ist hilfreich, wenn ich meine Auswanderungspläne irgendwann in ca. 5 Jahren ernsthaft angehen will.
Wir haben nicht mehr allzuviel gemacht, erstmal geduscht, gegessen, bei einem Indonesier, die hatten ein sagenhaftes Rendang. Andy sagt, the best in town. Das ist so eine Art Rinder-Gulasch, köstlich gewürzt, und so lang geschmort, bis das Fleisch butterweich ist.
Hier in der Muntri-Street ist auch ein sehr schöner chinesischer Tempel. Der Penang Heritage Trust beschreibt ihn so:
Der Thean Ho Keong oder Tempel der Himmels-Königin wurde 1866 begründet, das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1895. Es ist der Göttin Mar Chor geweiht, der Schutzpatronin der Seefahrer. Ihr zu Ehren werden an Festtagen Ziegen geschlachtet. Der Tempel wird vor allem von den verschiedenen Einwanderernachkommen der Insel Hainan besucht. Anläßlich seines 100-jährigen Bestehens im Jahr 1995 wurde der Tempel von Handwerkern aus China komplett renoviert. Erlesene Steinmetzarbeiten, Gemälde und Schnitzereinen lassen den Tempel heute so aussehen, wie nach den Vorstellungen der Trustholder ein richtiger Chinesischer Tempel aussehen sollte…
Das finde ich auch, der sieht wirklich genial schön aus. Obwohl, das tun sie eigentlich alle…
Dazu muss man wissen, daß Penang eine der schönsten, besterhaltensten historischen ChinaTowns der Welt hat. Die Muntri-Street, in der wir wohnen liegt im alten Stadtkern und steht praktisch komplett unter Denkmalschutz. Wobei das aber auch so seine Tücken hat. Später mehr dazu.
Bücher. Ein Kapitel für sich. Man kann als Traveller ja nicht ohne. Und ich habe mir diesmal, rein aus gewichtstechnischen Gründen keine mitgenommen. Oder, sagen wirs so, die die ich Andy mitgebracht habe, hatte ich blöderweise alle schon gelesen. Also Notstand diesbezüglich. Sams Bookstore hatte zu. Weil allgemeine Ferien, siehe oben. Es sollte aber doch Alternativen geben…
Andy hat mir den wohl verrücktesten Gebraucht-Buchhandel gezeigt, den ich je gesehen habe. Tausende von Büchern, bis zur Decke gestapelt, und das definitiv ohne irgendein System! Also von dem Gang, der da auf dem Foto zu sehen ist, gibts noch ca. 5 weitere. Völlig wirr, das ganze, wer soll da was bestimmtes finden? Das ist wohl wie ein Lotteriespiel. Naja, Chinesen stehen ja drauf.
Abends saß ich noch ein bißchen mit Monika vor der Tür zum quatschen. Ein paar Dosen Bier getrunken und ab ins kühle Bettchen.