Die Architektur von Penang spiegelt einerseits die 171 Jahre währende Anwesenheit der britischen Kolonialherrschaft wieder, andererseits die der vielen Ethnien, die hier ansässig wurden, Einheimische, Chinesen, Inder, Muslime und andere, die hier ihren Stempel aufgedrückt haben, in Form von Geschäftshäusern, Tempeln, Clanhäusern, Moscheen, und vielem mehr. Die Regierungs- und andere Kolonialgebäude sind mehr oder weniger reinen klassizistischen Stils, der sich von der antiken Bauweise griechischer Tempel herleitet. Weisser Marmor, säulengeschmückte Portale, dreieckige Giebel. Am schönsten zu sehen beim ehemaligen Polizeigebäude, heute Sitz der State Assembly Chambers, aber auch bei den anderen Bauten nahe der Esplanade, der City Hall, der Town Hall, den Court Buildings, dem Convent in der Light Street, dem Penang State Museum, und nicht zuletzt beim (immer noch) prachtvollen Eastern & Oriental Hotel.
Eine weitere einzigartige Besonderheit, die so nur in SO-Asien zu finden ist, ist das Shophouse. Diese Stadthäuser vereinen den Wirtschafts- und Geschäftsbereich im Untergeschoss mit dem Wohnen im Obergeschoss. In George Town finden sich immer noch ganze Strassenzüge, die so gestaltet sind.
Zusammen mit Malakka (beide seit 2008 Weltkulturerbe) ist Penang tatsächlich eine „Perle“ im ganzen SO-asiatischen Raum. Im Gegensatz zu Singapore, ebenfalls ein Mitglied der damaligen Kronkolonie und ein „Straits Settlement“, hat Penang sein architektonisches Gesicht bewahren könne. In Singapore mussten die historischen Gebäude schon lange den modernen Wolkenkratzern weichen, chronischer Mangel an Baugrund war hier schon immer an der Tagesordnung.