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Weiterhin faulenzen

A. hat den ganzen Tag gelesen (im Zimmer) und ich hab beim ersten Sonnenstrahl kurze Hosen und T-Shirt angelegt, und hab mich mit meinem Buch auf den Liegestuhl im Garten begeben. Resultat: Mordssonnenbrand auf dem Dekollete… eigentlich sollte ich es nach 10 Jahren besser wissen. Hmpf! Gottseidank habe ich Aloe Vera Gel dabei.

Es ist einfach ungewöhnlich, dass man sich hier knapp über dem Äquator auch bei „noramlen“ Temperaturen sofort einen Sonnebrand holt, und in dieser Höhenlage ist es noch gefährlicher, weil man sich irgendwie in Sicherheit wiegt. es ist wie bei uns im Mai. Es weht ein laues Lüftchen, man schwitzt nicht, aber wehe, man legt sich direkt in die Sonne.

Ansonsten hab ich bei meinem Trip ins Kaff noch nen kleinen Rucksack gekauft (ca. 3,50 Euro), für Tagestouren. Und ungefähr nen Liter Rootbeer. Ich LIEBE das, ist so ne Art Cola mit Kaugummigeschmack.

Ich weiss, ich bin pervers bezüglich Rootbeer, aber ich mag das Zeug auch mit nem Schuss Whisky drin. In Deutschland kann man das leider nirgends bekommen. Werde mir wohl wieder ein Paket schicken müssen.

Ich kann ja hier nicht vorbei an diesen Läden. Speziell asiatische Supermärkte haben mich schon immer fasziniert. Was es da so für den normalen Bedarf gibt ist schon manchmal sehr unterschiedlich zu den Angeboten bei uns. Ich steh dann immer ewig vor den Regalen, versuche, die Beschriftungen von Waren zu entziffern (ich kann ein bisschen Malaysisch) und das Personal beäugt mich oft etws misstrauisch, weil ich ja wohl so wirke, als wollte ich was klauen…  

Tanah Rata

Heute Faultag. Englisches Frühstück, mit Eiern, Speck, Bohnen, Toast und Erdbeermarmelade… dh. A. isst Bohnen zum Frühstück, ich lieber Toast. Eine weitere Runde durchs Dorf, bisschen in den Läden rumschnuppern, hab mir Turnschuhe gekauft, für umgerechnet 5 Euro, zum einsauen, falls wir morgen ne Dschungelwanderung machen.

Es ist so schön hier, die Cameron Highlands sind echt ein kleines Paradies für sich. Das Klima ist so angenehm zum Rumlaufen. Was sagt WIKI dazu?

„Die Cameron Highlands (CH) liegen im malaysischen Sultanat Pahang, östlich der Stadt Ipoh und sind Teil der Bergkette, die die malaysische Halbinsel in Nord-Süd-Richtung durchzieht. Benannt wurden die Highlands nach William Cameron, einem Landvermesser der britischen Kolonialregierung, der sie 1885 bei einer Kartografierungsexpedition entdeckte.

Die Cameron Highlands sind von der Hauptstadt Malaysias Kuala Lumpur 150 km entfernt und in knapp 3,5 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Alle Orte der Cameron Highlands liegen an einer einzigen Straße, deren bedeutendenster Ort Tanah Rata ist.

Sowohl für Touristen als auch für Einheimische sind die Cameron Highlands ein beliebtes Ziel für Kurzreisen. Aufgrund ihrer Höhenlage (um 1.500 m) bieten sie ein für tropische Verhältnisse angenehm kühles Klima. Die Temperaturen erreichen tagsüber um 25 Grad, jedoch sinken die Temperaturen nachts auf 10 bis 15 Grad. Daher waren die Cameron Highlands bereits in der Kolonialzeit für die Briten ein beliebtes Ziel, so dass die Cameron Highlands über mehrere traditionelle Gästehäuser im Tudor-Stil und einen gepflegten Golfplatz verfügen.

Aufgrund der relativ kühlen Witterung gedeihen in den Cameron Highlands andere Pflanzen als in der malaysischen Ebene. Neben Erdbeeren, (grünem) Spargel, weiterem Blattgemüse und Rosen wird vor allem Tee angebaut. Die malerischen Teeplantagen und -fabriken laden den Gast zu Besuchen und Wanderungen ein.“

Richtig! Hier wächst praktisch alles, ausser den Teeplantagen gibt es hier gigantischen Anbau von jeglichem Gemüse, das man sich vorstellen kann. Wir werden demnächst eine Expedition unternehmen.

Im Dorf noch ne Tasse Kaffe in der Morgensonne und dazu Erdbeertartelets. Das ist witzig hier, mit dem Erdbeerkoller: die wachsen nur hier in wahrscheinlich ganz Asien. Es gibt alles: Erbeerlassi (ein indisches Joghurtgetränk), Erbeerkuchen in allen Varianten, Marmelade, Sirup, Gelee, aufblasbare Plastikerdbeeren, Kissen, Tischdecken, T-Shirts, Regenschirme, Schluesselanhaenger mit Erdbeermotiven… hab ich was vergessen? Bestimmt!
Mittagessen beim Lieblingsinder, ein Spaziergang mit der Camera im Garten, soo viele Blumen wachsen hier, ganz unglaublich. Ganze Gebüsche mit Orichdeen… und dann Mittagsschläfchen, lesen, schreiben, und das wars. Herrlich relaxt, das Ganze!

Indisches Essen - soo lecker Indisches Essen, ich LIEBE es!

Vorn: Chicken Curry with Vegetables and Roti Canai (Hühnercurry mit Gemüse und Fladenbrot),  Hinten: Banana Leaf Meal, Mutton, Vegetables and Papadam (Gericht auf Bananenblatt, Lammcurry, versch. Gemüse und Gewürzchips). Mahlzeit!

Wir haben uns gestern abend erst mal ins Hotel in Chinatown begeben, wo A. gottseidank bereits ein Zimmer reserviert hatte. Mittlerweile war es dunkel. Also ab zur Tigerjagd. Gegenüber auf dem Nachtmarkt haben wir uns an die Strasse gesetzt und uns ein paar Eimer Tigerbeer bestellt (die Bierflasche kommt hier im Eiskübel). Wunderbar, wieder hier zu sein! Einfach unglaublich, jetzt bei über 25° draussen zu sitzen und dem Treiben auf dem Nachtmarkt zuzusehen, wo ich noch vor nicht allzulanger Zeit schlotternd am Bahnhof stand.  Eine andere Welt…  Zeitreisen sind doch möglich!

Dann ins Bett und schlaaafen, nach 2 Nächten fast ohne Schlaf bin ich umgekippt wie ein gefällter Baum. Mitten in der Nacht allerdings nochmal aufgestanden, um Schlafzuwandeln. A. ist aufgewacht, weil ich an der Türkette gerüttelt hab, und auf seine vorsichtige Frage, was ich denn da machen würde (er kennt das ja schon, auf Bali bin ich mal nackig zur Haustüre raus, weil ich da das Klo vermutet hatte…), habe ich geantwortet: Aber ich muss doch den Weihnachtsstuff (das Weinachtspersonal!) reinlassen!!! Umpf.

Morgens ziehmlich munter aufgewacht, trotz der 2 grossen Tiger, duschen, auschecken, beim Inder frühstücken – Roti Canai (Pfannkuchen mit Currystippe) und Leute gucken. Ein unglaubliches Gewühle von Leuten aller Rassen und Schattierungen. Und schön warm ist es!

Etappe 1 von Kuala Lumpur nach Tanah RataUm 1/2 11 kam der Bus nach Tanah Rata in den Cameron Highlands. Die Fahrt dauert 3 bis 4 Stunden und kostet so um die 18 bis 20 RM, also grad mal 4 Euro. Die Buse sind absolut komfortabel. Erst mal gings auf der Autobahn Richtung Norden, dann Mittagspause im Rumah Makan (Esshaus), mit einem unglaublich reichhaltigen Sortiment von Speisen. Weiter auf der Landstrasse in die Berge. Ein Irrsinn von engen Serpentinen, 50 km weit und von Meereshoehe auf ca. 1500 m !

Einmal gabs nen Stopp weil ein Baum umgefallen war und erst zersägt werden musste, um die Strasse freizubekommen. Busse könnten hier z.B. bei einem Hangrutsch nicht wenden, vielleicht alle 20 km mal. Und abgerutschte Hänge sieht man ständig.

Neben der Strasse die Holzverschläge der Orang Asli (Ureinwohner) die hier allerlei Sachen verkaufen, die sie im Wald geerntet haben: Durianfrüchte, Honig von wilden Bienen, Bambussprossen, Orchideen…
Dieser Urwald ist unbeschreiblich beeindruckend. Tausende verschiedener Pflanzen, Farne, Bambus, Palmen, Kletterpflanzen, Nadelbäume, Laubbäume, Palmfarne und dann die Baumriesen (Dipterocarpaceen), die oben übers Dach des Dschungels hinausragen, 30-40 Meter hoch! Gewaltig.

Ankunft in Tanah Rata am Nachmittag. Wir werden netterweise mit dem Jeep abgeholt, wir waren ja angekündigt, damit gehts hoch ins Guesthouse. Father’s Guesthouse ist ein ehemaliges Convent, auf dem gegenüberliegenden Hügel befindet sich die zugehörige Kirche. Das Flair ist höchst kolonialzeitlich. Very british, das alles. Wir haben sogar das gleiche Zimmer bekommen, das wir vor zwei Jahren hatten. Sehr schön. Die Leute hier sind unglaublich nett und das Essen ist sehr gut. Ziehmlich kühl hier oben. Mich friert schon bei 20 Grad in der Nacht, ich bin eben doch eine Tropenpflanze.

Fathers Guesthouse von oben  Fathers Guesthouse, im Garten

Eine Runde durchs Dorf, einen Happen beim Inder gegessen, und bald ins Bett.

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