Ich lebe noch! Alles in Ordnung, ich konnte bzw. wollte dort nur nicht schreiben, weil ich den Preis fuers Netz einfach nicht eingesehen habe, und es gab auch noch andere Gründe, aber das wird noch erzaehlt, zumindest den Freunden.
Nun ist die Robinsonade leider schon wieder beendet, und ich haette es noch Monate lang so ausgehalten, das ist einfach zu schoen dort, dieser praktisch einsame Strand, das Wasser, der Urwald, die Viecher… noch ein paar Menschen weniger, und die Illusion waere pefekt.
Etwas spontan bin ich schon am Mittwoch Richtung Melaka aufgebrochen. Ich wollte dann doch nicht noch ein paar Tage in KL verbringen, das ist zu heiss und zu stressig, aber bis zum letzten Tag auf der Insel zu bleiben ist auch riskant, ich musste ja schon einmal ausfliegen, weil das Boot wegen Sturm tagelang nicht gefahren ist. Obwohl auch das genial war, mit der Propellermaschine. Dann kam die Idee von Jack, unserem „Huettenwart“, ich koennte doch noch nen kurzen Zwischenstop in Malakka (malaysiche Schreibweise: Melaka) einlegen. Gute Idee!
Ich hatte Glueck, in jeglicher Hinsicht! Sowohl transporttechnisch als auch bei der Zimmersuche.
Die 12 Uhr Ferry hatte Verspaetung, das hat mir der Nachbar Mawar gesagt (eigentlich heisst das Restaurant Mawar, auf Malay „Die Rose“, aber der Einfachheit halber sind auch die Leute, die das führen eben die Mawars) , als ich bei ihm das Ticket gekauft habe. So hab ich sie noch erwischt, obwohl ich um 12 erst ausgecheckt hatte. Ich war also ganz schnell weg, gar keine Zeit um noch Tränen zu vergiessen, obwohls mir sehr danach war, ein ganz dicker Kloss sass mir da in der Kehle. Am Tag zuvor war ich noch am Strand rumgewandert und habe „This is my Island in the Sun“ vor mich hingesungen. Von den anderen unangenehmen Ereignissen mal ganz abgesehen. Ich war dann um ca. 15:30 in Mersing am Busbahnhof, hab eine Fahrkarte fuer den 17:30 Bus gekauft und der war ganz puenktlich (sind die Busse eigentlich immer, das Boot haengt ja auch von den Gezeiten ab). Ich hatte mich gewappnet mit Jacke, langer Hose und Sarong zum einwickeln, aber das war nicht noetig, denn der Bus war ausnahmsweise mal nicht tiefgekuehlt, wie angenehm! Die Fahrt war doch ganz schoen lang, ich hatte mir das vorher garnicht angesehen.
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Mit dem Schiff ca. 50 km fuer 7 Euro und dann gut 230 km mit dem Bus, fuer ca. 5 Euro… Eine Zeitlang konnte man noch Landschaft gucken, Berge und Gummiplantagen. Als es dunkel war gabs einen Hongkong-Thriller zu sehen, der war nicht mal so schlecht, die Lautstaerke moderat, also wirklich: guter Bus!
Es war schon nach 10, als wir in Melaka ankamen, der grosse Busbahnhof ist wie in Penang etwas ausserhalb des alten Stadtkerns, klar. Ich hatte von einer Frau auf Tioman eine Guesthouse Empfehlung, und ich hab mir in Anbetracht der spaeten Stunde ein Taxi geleistet – das nicht viel weniger gekostet hat als der Bus, aber egal. Die Taxifahrer haben mir aber von dem Hostel abgeraten, sie haben gemeint, das waere neben einer Moschee, und da kanns bekanntlich schnell vorbei sein mit der Nachtruhe. (Nebenbei bemerkt: die Taxler waren keine Musels sondern Inder). Also haben sie mir natuerlich eine andere Unterkunft empfohlen, wie ueblich irgendwie von der weitverzweigten Verwandtschaft.
Ok. mal gucken. Das hat mir aber nicht so gut gefallen, irgendwie so eine Art Dachkammer im 3. Stock, nicht ganz so vertrauenserweckend, zwar mit Dusche, aber zu teuer, 48 RM wollte er dafuer, in Penang hatte ich ein Aircon-Zimmer mit Dusche fuer 38! Ne, das wollte ich irgendwie nicht. Also nett laechelnd entschuldigt bei den Leuten und wieder auf die Strasse mit dem Koffer, nachts um 11. Ich hab das jetzt absichtlich so formuliert, denn hier ist wirklich absolut nichts dabei. Es kommen sofort Leute auf einen zu, man muss nur stehenbleiben und etwas ratlos gucken. Die sind echt hilfsbereit ohne Ende, die tragen einem im Notfall noch den Koffer, und definitiv nicht, um ihn zu klauen. Solche gibts schon auch, klar, aber ich fuehle mich hier sicherer als ich mich nachts allein in so mancher Stadt in D fuehlen wuerde.
Ich hab dann in einem huebsch aussehenden Hotel (Johan) gefragt, die hatten dort zwar ausschliesslich Aircon-Rooms, aber nebenan auch noch ein Guesthouse, namens Travellers Lodge (genial, oder? passend zum Blog!) und das hat irgendwie gleich einen positiven Eindruck gemacht. Das Bauchgefuehl hat nicht getruegt. Ich hab ein Zimmer mit Fan fuer 32 RM bekommen, Klo und Bad sind aussen, aber gleich nebenan, das Zimmer ist relativ gross, das Bett auch, gute Matratze, ist im 2. Stock, und es hat einen Balkon auf die Strasse raus. Hier gibts kaum was ebenerdiges, denn es sind alles typische Shophouses, also unten Laeden und Geschaefte, oben wohnen. Der Balkon (auf Foto Nr. 1, dort, wo das Isuzu-Schild haengt) ist natuerlich genial, weil man nachts draussen sitzen kann und rauchen – und Bier trinken! Ausserdem gibts einen „Dachgarten“ den man ueber zwei steile Huehnerleitern erreicht und der voller Blumentoepfe steht, waere noch genialer, wenn nicht alles ringsum zugebaut waere, aber einen kleinen Ausblick aufs Meer kann man erhaschen. Insgesamt gesehen ist es einfach toll aber sehr selten, dass man irgendwo raus kann, wenn man in der Stadt wohnt.
Des weiteren gibt es eine Kueche, die man benutzen kann, heisses Wasser, Kuehlschrank, das ist grandios, falls man laenger bleibt! Man koennte sogar richtig kochen hier, alles noetige ist vorhanden. Und das Internet funktioniert auch, wunderbar!
Ich bin also gestern nach 11 noch schnell los um mir Wasser, Zigis, Rootbeer und 3 Dosen Tiger zu besorgen und hab dann muede aber zufrieden noch ein Stuendchen auf dem Balkon gesessen. Nebenan wohnen Spanier, die waren auch noch kurz draussen, die sind seit 2 Wochen hier, und ganz begeistert!
Heute frueh, sehr frueh, im Morgengrauen (dito) bin ich erst mal unsanft geweckt worden, ein Hoellenlaerm von der Strasse rauf! Ich dachte schon, ok. das kann ja heiter werden… aber es war wohl nur die Muellabfuhr. Dann gabs ein heftiges Monsungewitter (genau, ich bin wieder an der Westkueste) und dann war wieder Ruhe. Ich hab noch bisschen weiter geschlafen, bin um 8 duschen gegangen, hab mir in der Kueche nen Kaffe geholt und mich auf den Balkon gesetzt und zwei meiner Hefebroetchen mit Marmelade (noch von Tioman) dazu gefruehstueckt. Dann hab ich mich aufgemacht zum Historischen Stadtkern, der hier grad mal um die Ecke schon anfaengt. Total klasse!
(Spaeter mehr darueber!)
Der Vormittag war schnell vorbei und als es so richtig heiss wurde, hab ich mich erst mal ins Einkaufscenter nebenan verzogen, hab was gegessen und bin dann im klimatisierten Supermarkt „spazieren“ gegangen, um zu sehen, was es alles gibt. Eine aeusserst beliebte Freizeitbeschaeftigung in der Nachmittagshitze bei den Einheimischen! Man kann auch mitten im Supermarkt noch was essen und trinken, Softeis zum Beispiel, fuer 1 RM. Ja, und was haben wir denn da? Katzenfutter! Eher landestypisch: Reis über Reis – auch hier interessiert es wahrscheinlich keinen, wenn der berühmte Sack Reis umfällt – und Currymischungen der Marke „Schmeckt wie bei Muttern“, lose, zum Abwiegen, ab 2 Euro das Kilo (!), je nach Zutaten auch teurer. Das war nur die eine Hälfte der Auswahl, auf der Rückseite der Säule gabs noch mehr davon… Man sieht also, dass die hiesigen Supermärkte nichts zu wünschen übrig lassen, es gibt alles.
Dann hab ich mir im Restaurant gegenueber von meiner Residenz Beutel Eistee geholt, traditionell, und nun endlich mal wieder ausfuehrlicher berichtet. Heute abend werde ich nochmal losziehen. Es gibt eine Sound- and Lightshow ueber die Geschichte von Malakka.
P.S. Diese Light- und Soundshow entfiel leider wegen is nich. Keine Leute da, das Open-Air-Kino war gähnend leer.Ich hatte schon sowas geahnt, als ich eine halbe Stunde vor Beginn da war und ausser mir niemand. Dann hab ich mich etwas am Fluss entlang verspaziert und auch irgendwie verstanden, was die zwei jungen Deutschen da auf Tioman erzählt hatten, nämlich, in Melaka wäre der Hund begraben, Nachtleben existiere nicht, und ein Tag dort wäre schon mehr als genug gewesen. Nun, es kommt wohl darauf an,wo man wohnt und natürlich, was man sucht, ich bin ja nicht grad der Typ, der bis um 4 uhr morgens in der Disco abhängen muss…
In der Ecke, wo ich bei meinem Spaziergang dann aber gelandet bin, war es sogar mir zu ruhig.