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Isabella…

So sehen malaysische Popstars aus. Besser als unsere im Normalfall. Und „Isabella“ ist ein fast schon Nationalhymnen gleiches Lied, das kennt da wirklich jeder, der Text ist überaus tragisch, beizeiten werde ich ihn übersetzten. Ich hatte schon mal eine wesentlich bessere Interpretation, die leider nicht mehr auffindbar ist auf YT. Das Lied ist sowieso am besten von Hassim in Pangandaran (Indonesien) auf der Gitarre gespielt und mit einer unglaublichen Stimme gesungen worden, das sind unvergessliche Momente. Andys Lieblingslied vor langer Zeit. Ein halbes Geburtstagsgeschenk, nur wird er ja mein Blog wohl nicht mehr lesen. Also gut, hier nun die etwas lasche Variante, aber es ist schön, das überhaupt hier hören zu können!
Und was mir ausserdem gefällt: es wird hier Musik gemacht und gesungen, und zwar ohne dass sich einer nackt ausziehen muss, die Anlage zertrümmert wird, oder was sonst noch alles bei uns so Sitte ist.

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Berechtigte Frage, meine Lieben! Wie die Insider wissen, habe ich fast keine mitgebracht, weil sich ein Großteil davon bedauerlicherweise auf dem Laptop von dem A. befindet. Halb so schlimm allerdings, in Anbetracht der Lage, dass ich von Penang und Tioman schon genug Fotos von den vorherigen Reisen habe. Einige von den aktuellen wären schon schön gewesen, aber nun ist es halt mal so. Die Fotos von Malakka habe ich ja glücklicherweise, und sogar noch ein paar von meiner „Baustelle“ vom letzten Tag auf Tioman. Ich werde einfach ein paar ältere Bilder einschmuggeln.

Wesentlich nerviger ist die Tatsache, dass mein inzwischen 6 (oder 7 ?)  Jahre alter Rechner –  inklusive Photoshop 6.0 –  in die Knie geht bei der Pixelgröße meiner Digifotos und die Internetverbindung hier in meiner ländlichen Idylle leider die lahmste ist, die man überhaupt haben kann. Also ist sowohl die Bildbearbeitung als auch das Hochladen ein ziemlich mühseliges Unterfangen. Aber ich habe zumindest angefangen, und ergänze nun auch noch das Geschriebene so peu à peu, zu erkennen übrigens daran, dass nun wieder Umlaute im Text auftauchen. Ich bemühe mich!

Wer übrigens mal einen richtig tollen Reisebericht lesen und sagenhaft schöne Fotos sehen will, dem empfehle ich das Blog der beiden netten Deutschen, die ich in Penang getroffen habe,

 Out of Übersee – und hier speziell die Seite Sebusphotography. Der Mann ist ein Künstler. Chapeau!

zu Hause?

Ich bin also wieder in „good old germany“ oder vielleicht besser in „bad new germany“ angelangt. Schon allein die Tatsache, dass sich die ganze lange Reise (13.000 km in 24 Stunden, ein Wunder, im Prinzip) völlig problemlos gestaltet hat, bis ich in Nürnberg war, und ab dann relativ chaotisch wurde, spricht Bände. Apropos sprechen: ich bitte darum, mir meinen im Moment noch etwas sonderbaren Schreibstil zu verzeihen, ich habe in den letzten zwei Monaten eine Art von Pidgin English gesprochen und sogar gedacht und geträumt, ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, ganze Sätze auf deutsch zu sprechen. Malay is simplylah. Ach ja, und es gibt wieder ä’s und ö’s auf der Tastatur…

Hier war also erst mal ein ziemliches Wirrwarr mit der letzten Zugverbindung, Klar, mir war weder richtig bewusst, dass Pfingsten ist, noch, dass hier gerade das größte aller lokalen Feste stattfindet und deswegen alles Mögliche ausser Rand und Band ist. Dann muss auch noch irgendwas mit dem FCN gewesen sein, jedenfalls waren auf dem Bahnhof sehr viele sehr betrunkene Leute, Mordsgegröle und lauter Sonderzugverbindungen und ausgefallene. Ich habe ungefähr 3 mal den Bahnsteig gewechselt, aber zumindest haben sie jetzt ein funktionierendes Rollband für den Koffer an den Treppen, das war letztes Mal nämlich ausser Betrieb. Welcome to Germany.

Ich bin aber dann doch ohne gigantische Wartezeiten nachhause gekommen, wobei ich das „nach Hause“ wie die Überschrift schon andeutet, sehr in Frage stelle. Das wäre eine philosophische Abhandlung wert, was genau ein „zu Hause“ ausmacht. Ich bin mir da im Moment nicht nur ein wenig unsicher sondern ganz extrem zwiespältig. Wo ist man zuhause? Was macht das aus? Die Wurzeln, die man hat, oder auch nicht ( ich habe offenbar keine), das eigene Heim, die Familie? Ich fühle mich auf jeden Fall sehr sonderbar, es ist nicht sehr schön, wieder hier zu sein.

Der Garten sieht aus, Donnerwetter! Das Gras ist einen Meter hoch, das Unkraut wuchert, aber das war ja irgendwie zu erwarten. Nun gut, dann weiss ich, was ich in den nächsten Tagen zu tun habe. Ich mache ja gerne Gartenarbeit, insofern ist das garnicht schlecht. Zumindest ist es hier warm und grün, allerdings nicht vergleichbar mit Malaysia. Dieses Grün dort ist einfach anders, viel intensiver, es leuchtet. Das liegt am Licht, das habe ich ja auch schon bei der Farbe des Tees festgestellt. Der Tee von den Camerons hat dort eine intensive orange Kupferfarbe, hier ist er einfach irgendwie bräunlich. 

Geschlafen hab ich nicht so besonders gut, nachts um 12 bin ich natürlich aufgewacht, das ist die normale Zeit zum aufstehen gewesen. Ich habe gestern ja nicht mehr viel gemacht. Erst mal war mein Telefon irgendwie im Eimer, es war die ganze Zeit über ausgesteckt, da hat sich offenbar eine Sperre selbsständig gemacht. Ich habe es nach langem Rumpfriemeln mit Hilfe einer Bedienungsanleitung aus dem Internet wieder in Gang gebracht, so konnte ich wenigstens meine Eltern anrufen. Alle gespeicherten Nummern sind aber weg. Heute morgen bin ich dann etwas desorientiert aufgewacht und wusste erstmal garnicht so recht, wo ich eigentlich bin. In Malakka? Das Bett ist irgendwie komisch, das Licht auch. Muss ich zum Flughafen oder hab ich irgendwie den Flieger verpasst? Oh, ich bin ja in meinem Haus. Höchst sonderbar!

Heute morgen habe ich mal meine Post durchgesehen. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast schon lustig. Erst mal wieder die Aufforderung von der GEZ, meinen nicht vorhandenen Fernseher anzumelden. Danke, dass ihr mir monatlich Post schickt! So weiss man wenigstens wo das ganze Geld hinkommt. Das Arbeitsamt hat mir netterweise im Mai zwei Jobvorschläge geschickt mit der deutlichen Aufforderung, mich da zu bewerben und mitzuteilen, was daraus geworden ist. Haben die eigentlich völlig die Orientierung verloren? Ich bin überhaupt nicht arbeitslos gemeldet und hab denen bei meinem letzten Besuch auch mitgeteilt, dass ich erst mal 2 Monate im Ausland bin. Dann hab ich mal ein bisschen in einem meiner inzwischen eingetrudelten Stern-Magazine rumgeblättert aber das ganz schnell wieder aufgegeben. Lauter Mist! Krise ohne Ende, Arbeitsmarkt, Politik, blablabla.

Es ist ganz klar, ich muss hier weg. Was habe ich da unten glücklich gelebt. Mit der Sonne aufgestanden, geschwommen, spazierengegangen, mit vielen netten Leuten geredet, ich war in den ganzen 8 1/2 Wochen nicht einen Tag krank, keine Kopfschmerzen, keine Magenschmerzen, gut geschlafen, ich habe mich morgens auf den Tag gefreut, aufs Essen und abends aufs Bett. Es ist so einfach und so schön, so frei zu leben. Man braucht wirklich nichts von dem ganzen Sch… ich habe nach wie vor keine Uhr, man konnte nach ein paar Tagen an der Sonne und am Meer sehen, wie spät es ist. Ich brauche kein Handy, keinen Fernseher, keine Zeitung, kein Auto, kein Haus, das ist alles im Prinzip überflüssig und meistens eher ein Grund zum Ärgern als ein Vergnügen. Ich habe nichts vermisst, absolut garnichts.

Nachdem ich mit wenigen Ausnahmen jeden Tag aufgeschrieben habe, was ich ausgegeben habe, bin ich im Schnitt auf 10 Euro am Tag gekommen. Mit Wohnen, Essen, Trinken, Busfahren und allem Drum und Dran. Und ich hab mir wirklich nichts verkniffen. Bier ist so mit das Teuerste in Malaysia und ich habe jeden Abend 1 bis 3 Dosen getrunken. wenn man das noch weglassen würde, wäre es noch billiger. Geraucht hab ich auch, nicht viel, und Zigaretten sind eh extrem billig da unten, zumindest im Vergleich zu hier. Also was eigentlich braucht man wirklich zum Leben? Ein Dach über dem Kopf, ein Bett zum Schlafen, ein paar wenige Klamotten, was zu Essen und zu Trinken. Das reicht. Mir zumindest. Und man hat da ein phantastisches Klima, ein Meer und Strände zum Träumen, Landschaft und Natur pur und unglaublich freundliche Menschen. Also was hält mich hier noch? Nichts!

Ich sitze hier vor dem Rechner und verbringe die letzten 2 Stunden bis das Taxi zum Flughafen kommt noch in der Naehe des Ventilators um moeglichst wenig zu schwitzen, die Reise wird verdammt lang. Ich hab schon ausgechekt, koennte aber trotzdem noch das Badezimmer benutzen, nur, was mach ich dann mit dem nassen „Handtuch“ bzw. Sarong? Mal sehen, im Notfall koente man ihn in einen Plastikbeutel stecken.

Das wars nun also endgueltig. Schade, aber sagen wirs mal auf malaysisch: sampai jumpa lagi – bis zum naechsten Mal – und das wird nicht lang dauern.

Und Melaka wird auf jeden Fall in die Liste der Favoriten aufgenommen. Nach den doch nur relativ kurzen Eindruecken, die ich in den 2 1/2 Tagen gewinnen konnte, lohnt sich ein zweiter, laengerer Besuch auf jeden Fall!

Womit fangen wir an? Das guesthouse. Ich muss sagen, das war eines der saubersten, die ich jemals bewohnt habe! Bei den Museln zieht man ja die Schuhe aus, wenn man ein Haus betritt, und das ist hier auch so. Also sind die Boeden immer blitzblank. Wenn man mit dreckigen Fuessen aus der Stadt kommt, wird erst mal eine Fusswaesche vorgenommen. Das selbe gilt fuer die Baeder und Toiletten, ich meine die Sauberkeit. Alles pikobello. Kein Schimmel an den Fliesen und Waenden, alles wird staendig geputzt. Bemerkenswert, wenn man sich so manche alten chinesischen Haeuser in Erinnerung ruft.

Das Zimmer war auch super, etwas laut vielleicht, aber ich war ja den ganzen Tag sowieso unterwegs und Nachts war es erstaunlich ruhig. Der Balkon hat sich als genial erwiesen, man konnte abends ganz gemuetlich da sitzen und das Treiben unten auf der Strasse beobachten.

Selber Kaffee kochen spart natuerlich Geld und die Kuehlschrankbenutzung ist einfach nur super, denn dann hat man immer was Kaltes zu trinken.

Die Leute hier sind freundlich und in allem hilfsbereit, aber das sind hier in Malaysia sowieso alle, oder sagen wir mal 99%.

Die Altstadt ist ein ziemlicher Hammer, es gibt soo viel zu sehen! Ich hab mir echt jeden Tag die Fuesse platt gelaufen! Und in der kurzen Zeit hab ich doch einigermassen gut auskundschaften koennen, was es wo gibt, zu gucken, zu essen, zu trinken, wo man am billigsten einkaufen kann usw.

Endlich gab es auch wieder Obst in Huelle und Fuelle, auf der Insel war das ja leider nicht so. Ich habe meine Lieblingsfruechte, Mangostanen (Mangosten), bekommen. Und diesmal werde ich versuchen, welche mit nach Hause zu transportieren. Ich hoffe, das halten sie aus. Gestern im Supermarkt hab ich 3 fuer 3,50 RM bekommen, das ist nicht billig, aber heute vormittag war ich bei den Chinesen im richtigen Chinatown, da wo auch die Eingeborenen einkaufen und da gabs fuer den selben Preis ein ganzes Kilo, dh. 10 Stueck!

Es gibt gleich um die Ecke 2 riesige Shoppingcenter, also beide so ungefaehr wie die Arcaden, nur jeweils 3x so gross! Unmengen von Laeden mit allem, was man sich nur vorstellen kann und ner Menge von Fressbuden mit einer unglaublichen Auswahl von Essen. Dann gibt es auch bei der Flussmuendung nochmal ein riesiges Hawkercenter mit asiatischem Essen aller Richtungen, indisch, chinesisch, malaysisch, indonesisch, japanisch uvm. Um alles mal durchzuprobieren wuerde man Monate brauchen! Und in der Chinatown natuerlich, wie in Penang auch, unzaehlige kleine Lokale und Essstaende.

Es hat tagsueber nie geregnet, fuer solche Tage gaebe es aber noch zig Museen zu besichtigen. Dann gibt es einige Galerien von einheimischen Kuenstlern, ein grosses Kino, ich weiss nicht, was noch alles… es gibt also immer genug zu tun. Auch hier bin ich praktisch keine Stunde zum lesen gekommen. Ach ja, ein Schwimmbad ist hier auch irgendwo um die Ecke. Wenn man das erst mal alles durch hat, gaebe es die weitere Umgebung zu erkunden, Butterfly- und Fruitfarms und solche Dinge, Busfahren ist ja billig.

Und von wegen, mit dem Taxi zum Flughafen, das ist zwar Luxus, aber auch kein Vergleich mit Deutschland. Es kostet ca. 30 Euro, aber die Fahrt dauert ueber 2 Stunden! Ok. das wars erst mal im Groben. Ich glaub, ich nehm doch noch mal ne Dusche, es klebt schon wieder alles.

Melaka – Malakka

Ich lebe noch! Alles in Ordnung, ich konnte bzw. wollte dort nur nicht schreiben, weil ich den Preis fuers Netz einfach nicht eingesehen habe, und es gab auch noch andere Gründe, aber das wird noch erzaehlt, zumindest den Freunden.

Nun ist die Robinsonade leider schon wieder beendet, und ich haette es noch Monate lang so ausgehalten, das ist einfach zu schoen dort, dieser praktisch einsame Strand, das Wasser, der Urwald, die Viecher… noch ein paar Menschen weniger, und die Illusion waere pefekt.

Etwas spontan bin ich schon am Mittwoch Richtung Melaka aufgebrochen. Ich wollte dann doch nicht noch ein paar Tage in KL verbringen, das ist zu heiss und zu stressig, aber bis zum letzten Tag auf der Insel zu bleiben ist auch riskant, ich musste ja schon einmal ausfliegen, weil das Boot wegen Sturm tagelang nicht gefahren ist. Obwohl auch das genial war, mit der Propellermaschine. Dann kam die Idee von Jack, unserem „Huettenwart“, ich koennte doch noch nen kurzen Zwischenstop in Malakka (malaysiche Schreibweise: Melaka) einlegen. Gute Idee!

Ich hatte Glueck, in jeglicher Hinsicht! Sowohl transporttechnisch als auch bei der Zimmersuche.

Die 12 Uhr Ferry hatte Verspaetung, das hat mir der Nachbar Mawar gesagt (eigentlich heisst das Restaurant Mawar, auf Malay „Die Rose“, aber der Einfachheit halber sind auch die Leute, die das führen eben die Mawars) , als ich bei ihm das Ticket gekauft habe. So hab ich sie noch erwischt, obwohl ich um 12 erst ausgecheckt hatte. Ich war also ganz schnell weg, gar keine Zeit um noch Tränen zu vergiessen, obwohls mir sehr danach war, ein ganz dicker Kloss sass mir da in der Kehle. Am Tag zuvor war ich noch am Strand rumgewandert und habe „This is my Island in the Sun“ vor mich hingesungen. Von den anderen unangenehmen Ereignissen mal ganz abgesehen. Ich war dann um ca. 15:30 in Mersing am Busbahnhof, hab eine Fahrkarte fuer den 17:30 Bus gekauft und der war ganz puenktlich (sind die Busse eigentlich immer, das Boot haengt ja auch von den Gezeiten ab). Ich hatte mich gewappnet mit Jacke, langer Hose und Sarong zum einwickeln, aber das war nicht noetig, denn der Bus war ausnahmsweise mal nicht tiefgekuehlt, wie angenehm! Die Fahrt war doch ganz schoen lang, ich hatte mir das vorher garnicht angesehen.

Mit dem Schiff ca. 50 km fuer 7 Euro und dann gut 230 km mit dem Bus, fuer ca. 5 Euro… Eine Zeitlang konnte man noch Landschaft gucken, Berge und Gummiplantagen. Als es dunkel war gabs einen Hongkong-Thriller zu sehen, der war nicht mal so schlecht, die Lautstaerke moderat, also wirklich: guter Bus!

Es war schon nach 10, als wir in Melaka ankamen, der grosse Busbahnhof ist wie in Penang etwas ausserhalb des alten Stadtkerns, klar. Ich hatte von einer Frau auf Tioman eine Guesthouse Empfehlung, und ich hab mir in Anbetracht der spaeten Stunde ein Taxi geleistet – das nicht viel weniger gekostet hat als der Bus, aber egal. Die Taxifahrer haben mir aber von dem Hostel abgeraten, sie haben gemeint, das waere neben einer Moschee, und da kanns bekanntlich schnell vorbei sein mit der Nachtruhe. (Nebenbei bemerkt: die Taxler waren keine Musels sondern Inder). Also haben sie mir natuerlich eine andere Unterkunft empfohlen, wie ueblich irgendwie von der weitverzweigten Verwandtschaft.

Ok. mal gucken. Das hat mir aber nicht so gut gefallen, irgendwie so eine Art Dachkammer im 3. Stock, nicht ganz so vertrauenserweckend, zwar mit Dusche, aber zu teuer, 48 RM wollte er dafuer, in Penang hatte ich ein Aircon-Zimmer mit Dusche fuer 38! Ne, das wollte ich irgendwie nicht. Also nett laechelnd entschuldigt bei den Leuten und wieder auf die Strasse mit dem Koffer, nachts um 11. Ich hab das jetzt absichtlich so formuliert, denn hier ist wirklich absolut nichts dabei. Es kommen sofort Leute auf einen zu, man muss nur stehenbleiben und etwas ratlos gucken. Die sind echt hilfsbereit ohne Ende, die tragen einem im Notfall noch den Koffer, und definitiv nicht, um ihn zu klauen. Solche gibts schon auch, klar, aber ich fuehle mich hier sicherer als ich mich nachts allein in so mancher Stadt in D fuehlen wuerde.

Ich hab dann in einem huebsch aussehenden Hotel (Johan) gefragt, die hatten dort zwar ausschliesslich Aircon-Rooms, aber nebenan auch noch ein Guesthouse, namens Travellers Lodge (genial, oder? passend zum Blog!) und das hat irgendwie gleich einen positiven Eindruck gemacht. Das Bauchgefuehl hat nicht getruegt. Ich hab ein Zimmer mit Fan fuer 32 RM bekommen, Klo und Bad sind aussen, aber gleich nebenan, das Zimmer ist relativ gross, das Bett auch, gute Matratze, ist im 2. Stock, und es hat einen Balkon auf die Strasse raus. Hier gibts kaum was ebenerdiges, denn es sind alles typische Shophouses, also unten Laeden und Geschaefte, oben wohnen. Der Balkon (auf Foto Nr. 1, dort, wo das Isuzu-Schild haengt) ist natuerlich genial, weil man nachts draussen sitzen kann und rauchen – und Bier trinken! Ausserdem gibts einen „Dachgarten“ den man ueber zwei steile Huehnerleitern erreicht und der voller Blumentoepfe steht, waere noch genialer, wenn nicht alles ringsum zugebaut waere, aber einen kleinen Ausblick aufs Meer kann man erhaschen. Insgesamt gesehen ist es einfach toll aber sehr selten, dass man irgendwo raus kann, wenn man in der Stadt wohnt.

Lodge mit Balkon und Dachgarten  Zimmer  Dachgarten

Des weiteren gibt es eine Kueche, die man benutzen kann, heisses Wasser, Kuehlschrank, das ist grandios, falls man laenger bleibt! Man koennte sogar richtig kochen hier, alles noetige ist vorhanden. Und das Internet funktioniert auch, wunderbar!

Ich bin also gestern nach 11 noch schnell los um mir Wasser, Zigis, Rootbeer und 3 Dosen Tiger zu besorgen und hab dann muede aber zufrieden noch ein Stuendchen auf dem Balkon gesessen. Nebenan wohnen Spanier, die waren auch noch kurz draussen, die sind seit 2 Wochen hier, und ganz begeistert!

Heute frueh, sehr frueh, im Morgengrauen (dito) bin ich erst mal unsanft geweckt worden, ein Hoellenlaerm von der Strasse rauf! Ich dachte schon, ok. das kann ja heiter werden… aber es war wohl nur die Muellabfuhr. Dann gabs ein heftiges Monsungewitter (genau, ich bin wieder an der Westkueste) und dann war wieder Ruhe. Ich hab noch bisschen weiter geschlafen, bin um 8 duschen gegangen, hab mir in der Kueche nen Kaffe geholt und mich auf den Balkon gesetzt und zwei meiner Hefebroetchen mit Marmelade (noch von Tioman) dazu gefruehstueckt. Dann hab ich mich aufgemacht zum Historischen Stadtkern, der hier grad mal um die Ecke schon anfaengt. Total klasse!

(Spaeter mehr darueber!)

Der Vormittag war schnell vorbei und als es so richtig heiss wurde, hab ich mich erst mal ins Einkaufscenter nebenan verzogen, hab was gegessen und bin dann im klimatisierten Supermarkt „spazieren“ gegangen, um zu sehen, was es alles gibt. Eine aeusserst beliebte Freizeitbeschaeftigung in der Nachmittagshitze bei den Einheimischen! Man kann auch mitten im Supermarkt noch was essen und trinken, Softeis zum Beispiel, fuer 1 RM. Ja, und was haben wir denn da? Katzenfutter! Eher landestypisch: Reis über Reis – auch hier interessiert es wahrscheinlich keinen, wenn der berühmte Sack Reis umfällt – und Currymischungen der Marke „Schmeckt wie bei Muttern“, lose, zum Abwiegen, ab 2 Euro das Kilo (!), je nach Zutaten auch teurer. Das war nur die eine Hälfte der Auswahl, auf der Rückseite der Säule gabs noch mehr davon… Man sieht also, dass die hiesigen Supermärkte nichts zu wünschen übrig lassen, es gibt alles.

Katzenfutter Reispakete Currymischungen

Dann hab ich mir im Restaurant gegenueber von meiner Residenz Beutel Eistee geholt, traditionell, und nun endlich mal wieder ausfuehrlicher berichtet. Heute abend werde ich nochmal losziehen. Es gibt eine Sound- and Lightshow ueber die Geschichte von Malakka.

P.S. Diese Light- und Soundshow entfiel leider wegen is nich. Keine Leute da, das Open-Air-Kino war gähnend leer.Ich hatte schon sowas geahnt, als ich eine halbe Stunde vor Beginn da war und ausser mir niemand. Dann hab ich mich etwas am Fluss entlang verspaziert und auch irgendwie verstanden, was die zwei jungen Deutschen da auf Tioman erzählt hatten, nämlich, in Melaka wäre der Hund begraben, Nachtleben existiere nicht, und ein Tag dort wäre schon mehr als genug gewesen. Nun, es kommt wohl darauf an,wo man wohnt und natürlich, was man sucht, ich bin ja nicht grad der Typ, der bis um 4 uhr morgens in der Disco abhängen muss…  

In der Ecke, wo ich bei meinem Spaziergang dann aber gelandet bin, war es sogar mir zu ruhig.

Wochenendgaeste

Ich muss doch mal wieder etwas Zeit und Geld opfern, um ein update der letzten Woche zu schreiben…

Inzwischen weiss ich, wie man eine Kokosnuss mit den Haenden aufmacht, wie man ein schoenes Lagerfeuer am Strand mit welchen Holz am besten zum Brennen bringt, und wo man Zitronen vom Baum klauen kann, und dass Staudaemme manchmal nicht zu dem Ergebnis fuehren, das man sich erhofft hat… die Robinsonade ist ziemlich perfekt! Eine Blase an der Hand hat die Grabungsarbeiten am Bach kurzzeitig unterbrochen, ein Holzspiess wurde erfolgreich mit der Nadel aus dem Finger herausgepfriemelt (ich hasse das!) und zur Zeit bringen mich die Sandflies zur Verzweiflung, aber das gehoert dazu. Moskitos gibt es dafuer fast garkeine, ausser im Dschungel natuerlich, aber dafuer hatte ich bisher noch garkeine Zeit. Der Strand ist einfach zu geil und das Wasser erst recht!

Ein paar Leute gibt es dann doch ab und zu, auch wenn mir der Strand unter der Woche praktisch allein gehoert. Da sind zum Beispiel die Singapurianer oder Singaporians, die hier einfallen wie die Heuschrecken, so ab Donnerstag Abend geht der Run los. Die sind zwar fast alle drueben in der „Japanerbucht“ aber es macht sich trotzdem auch hier deutlich bemerbar, vor allem an dem ganzen Plastikmuell der dann im Wasser rumschwimmt.  In der Beziehung sind die Locals einfach unmoeglich, die lassen den ganzen Muell einfach fallen, wo sie gehen und stehen.

Apropos Muell: Ab und zu gibt es dann ein sogenanntes ‚Beach-clean-up‘ und das hat letzte Woche gerade zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden. Ich mit Bikini (!), zum ersten Mal, am Strand unter dem Baum gesessen und gelesen, und Bikini heisst fuer hiesige Verhaeltnisse so gut wie nackt. Bis ich so recht wusste, wie mir geschieht, war ich von ungefaehr 3 Schulklassen Jugendlicher, bewaffnet mit Muellsaecken, umgeben, die rings um mich rum schubsend und kichernd das Zeugs aufgesammelt haben. Keine Chance, zu entkommen, weder ins Wasser noch sonst wohin. Also gut, Augen zu und durch. Das muss man aushalten 🙂

Dann kam letztes Wochenende noch ganz anderer Besuch aus Singapore, naemlich die Besitzer der Anlage und zwar 11 Mann hoch. Oma und Opa, zwei Ehepaare und 5 kleine Kinder. Himmel, die sind hier eingefallen wie die Hunnen, haben 3 der 10 Huetten belegt, die Alten hatten eine transportable Aircondition dabei, Kojack und Yee (die Verwalter sozusagen) mussten aus dem grossen Wohnbereich weichen, und dann ging hier der Punk ab! Und zwar von Sonnenauf- bis Untergang. Asiaten sind laut, und ganze Familien sind extrem laut.

Insgesamt war es dann aber doch eher zum lachen, die Leute waren im Grunde genommen ganz reizend, und wir wurden zweimal zu einer gigantischen Grillpartie eingeladen.

Es ist weiterhin traumhaft schoen! Der Wind hat etwas aufgefrischt, also momentan nicht so gut zum Schnorcheln, um so besser aber zum Baden und zum „Sandspielen“. Auch wenn mich hier so mancher fuer verrueckt halten mag – und das ist mir sowas von egal 🙂 – ich habe seit Tagen einen Heidenspass damit, an einem kleinen Fluesschen, das hier am Strand muendet, Daemme zu bauen, den Flusslauf umzuleiten und zu gucken, was dabei rauskommt. Das ist jeden Morgen wieder interessant. Heute Nacht war Neumond, also gabs etwas staerkere Gezeiten und da hat sich wieder einiges veraendert am Strand.

Ansonsten: schwimmen, spazierengehen, lesen, essen, duschen, Abends ein bisschen quatschen und ein paar Dosen Bier trinken, paradisisch eben.

Da es aber in jedem Paradies Schlangen gibt – und damit meine ich nicht den huebschen Python, der immer im gleichen Baum rumhaengt – ist hier auch ab und zu etwas nicht ganz so angenehm. Zum Beispiel gibt es hier eine ganze Menge Katzen, an und fuer sich was Schoenes, aber da viele Katzen auch viel kacken, bevorzugt in den Sand unter die Huetten, gibts auch entsprechend viele Fliegen, die sich dann auf alles essbare setzen. Die Katzen sind hier auch nicht soo sauber wie zuhause, also kann man schon mal ein paar Floehe huepfen sehen, und gestern hatte sich unbemerkt eine Mietze in meine Huette eingeschlichen und natuerlich aufs Bett gelegt… Ich hab lustig ausgesehen, heute Morgen, uebersaeht mit Stichen, und zwar von oben bis unten.

Heute gabs dann erst mal grossreine machen, Bett neu beziehen, usw.. Nichtsdestotrotz: es ist wunderschoen hier!!!